Donnerstag, 2. Februar 2017

#BlusenSA2017 Teil 2 oder "Wie konnte ich nur so verrückt sein?"

Ja, wie konnte ich nur so verrückt sein, die Entscheidung zu treffen eine Bluse nähen zu wollen. Ich, der "ich nähe am liebsten einfache Jerseyschnitte"-Typ. Abbrechen kommt aber nicht in Frage, das lässt mein Ehrgefühl nicht zu. Außerdem gehört das bestimmt dazu, wenn man sich einer Herausforderung stellt: an sich zweifeln, sich selbst verfluchen und das Teil verärgert in die Ecke werfen (okay, an dem Punkt war ich bisher noch nicht, aber Nicole, und die hat schließlich bereits eine wunderschöne Cheyenne genäht - das macht mir Mut). Das gemeinsame Nähen ist aber zeitlgleich die größte Motivation. Zu sehen, dass es auch bei anderen nicht rund läuft, dass es Geduld, Zeit und einen Nahttrenner braucht, um am Ende dann ein hoffentlich tolles Ergebnis in den Händen zu halten. Ein Kleidungsstück entstehen zu lassen, dass schon bei der Entstehung eine gemeinsame Geschichte hat. Die Liebe zum genähten Teil wachsen zu lassen und an der ein oder anderen Stelle auch auf den Prüfstand zu stellen. Wie in einer echten Liebesbeziehung... wie poetisch. So kann man auch davon ablenken, dass bisher nicht viel passiert ist, auf meinem Weg zur Traumbluse. 
Ich war nicht faul, das dürft ihr nicht denken, ich habe nur zunächst andere Prioritäten gehabt. Nachdem ich vor einem Dreiviertel Jahr mein Nähatelier bezogen habe, hatte noch nichts seinen festen Platz gefunden. Ich war mit der (An-)Ordnung von Möbeln und Maschinen einfach nicht zufrieden. Bisher hatten die Wohnräume in unserm Haus aber Priorität und so nähte ich zwar, aber richtig wohlgefühlt habe ich mich in meinem Zimmer noch nicht. Bei mir ist es so, dass ich dann und wann eine Rappel bekomme, um mein nächstes Vorhaben blitzschnell umzusetzen. So habe ich das Wochenende und die Zeit in der meine Overlock im Werk zur Inspektion ist, genutzt und aussortiert, neu sortiert, umgeräumt und am Ende mit stolz geschwellter Brust in meinem Reich gestanden. 


Nun verbringe ich meine freie Zeit am liebsten dort. Damit einher ging auch die Motivation den Schnitt für meine Bluse "Autumn Palette" aus der Ottobre zu kopieren und zuzuschneiden. Mein Stoff trudelte schon am Wochenende ein und lag frisch gewaschen bereit. 
in der zweiten Woche zum #BlusenSA1027 habe ich:

. mein Nähatelier zu einem Wohlfühlzimmer gemacht


. meine erste Else zugeschnitten, als Nebenherprojekt für meine Nerven 
und ein schnelles Erfolgserlebnis

. das Schnittmuster kopiert und zugeschnitten


. alle Stecknadeln, die ich besitze, zusammengesucht und die Viskose bezwungen


. mit Schrecken festgestellt, dass ich noch Vlieseline brauche

. mich geärgert, dass der Stoff nun doch nicht für Passe und Kragen gereicht hat



. mit schwarzem Baumwollstoff und Jerseyrest von der liebe Sabine improvisiert (#nähenverbindet)

. und das ausgedehnte Frühstück des Mädchens für diesen Blogpost genutzt. Gerade kippt die Stimmung neben mir. Die Geduld hat sie nämlich von mir geerbt. :-)

Und wie lief es bei euch so?

Eure Anni
 


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